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Zeitzeugengespräch zur Friedlichen Revolution

Friedensgebet Leipzig IMG 0184 Leipzig9.10.14 g a 41 Friedrich Magirius croppedAm Donnerstag, dem 14. November 2019, erwartete die Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Klassen neben weiteren Gästen eine Zeitzeugenbegegnung mit Herrn Superintendenten i.R. Friedrich Magirius in der Aula. Die Idee kam von Eltern unserer Schule und sollte neben der Ausstellung im Erdgeschoss ein weiterer Beitrag zur Würdigung der 30 Jahre zurückliegenden Friedlichen Revolution sein.

Frau Schreiber begrüßte die Gäste und alle Versammelten mit einer provokanten Vision vom Scheitern und Niederschlagen der Friedlichen Revolution. Die fiktive Möglichkeit auf eine Erhaltung und Verschärfung der Verhältnisse in der ehemaligen DDR rückte noch einmal die Tragweite der bedeutenden Ereignisse in ein beunruhigendes Licht. Auf Grund des mutigen Handelns vieler Menschen konnte dies abgewendet werden. Zu diesen mutigen Menschen gehört auch Herr Magirius, der mit seinem Wirken als Pfarrer der Nikolaikirche dafür sorgte, dass die Montagsgebete zum Gelingen der Revolution beitrugen. Zunächst interviewte Herr Prof. Ratzmann Herr Magirius zu seiner Vita. Als Überlebender der Bombennacht im Februar 1945 in Dresden entschied sich Friedrich Magirius schon sehr früh, sein Handeln in den Dienst des Friedens und der Versöhnung zu stellen und schlug somit den Weg als Theologe in der DDR ein. Dass sein Handeln als Christ durch Einschränkungen seiner freien Entfaltung durch die Staatsmacht der DDR geprägt war, bestätigt sein beruflicher Werdegang. Dabei wurde auch deutlich, dass seine Tätigkeit als Superintendent der evangelischen Kirche und Pfarrer in der Nikolaikirche ihn vor beinahe unlösbare Aufgaben stellte, nämlich den Spagat auszuhalten zwischen den Bedürfnissen der Gemeinde, den Forderungen der umsturzwilligen politischen Gruppen innerhalb der Kirchenkreise, den unterstützungsbedürftigen Ausreisewilligen und den stets kontrollierenden Funktionären der SED-Bezirksleitung und trotzdem noch zu gestalten. Kritische Fragen nach dem Umgang mit IMs in den eigenen Reihen und dem Umgang mit radikaleren Forderungen aus Kirchenkreisen konnten dann leider in Ermangelung von genügend Zeit für ein wirkliches Gespräch nicht differenziert genug gestellt und beantwortet werden. Und so lässt sich denn auch Herrn Magirius’ Kritik daran, dass sich die SchülerInnen zu wenig eingebracht haben, relativieren.

Nach verschiedenen auswertenden Gesprächen mit den Beteiligten könnte man folgendes Fazit ziehen: Die Bewertung der erst 30 Jahre zurück liegenden Ereignisse ist noch nicht abgeschlossen und sie zeigt, dass es keine Einigkeit über die Rolle und Verdienste der Beteiligten gibt und vielleicht auch nicht geben wird. Zudem sollte bei weiteren möglichen Podiumsgesprächen ein größeres Zeitfenster vorgesehen und eingehalten werden, in dem SchülerInnen ihre Fragen einbringen können.

Und es gibt schon eine Idee: Herr Professor Ratzmann, Experte für das Friedensgebet in der Nikolaikirche, bot schon an, noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt differenzierend auf das Thema einzugehen. Eine solche Veranstaltung können sich die Organisatoren auch sehr gut in der Gemeinschaft mit Zeitzeugen auch aus anderen gesellschaftlichen Gruppen vorstellen-

Gritt Haasch